Das weltweit größte Passivhaus: Der Smart Campus der Wiener Netze

Am ehemaligen Areal des Gaswerkes Simmering im 11. Wiener Gemeindebezirk, wurde die neue Unternehmenszentrale der Wiener Netze errichtet. Bei der Errichtung wurde auf nachhaltige Bauweise und geringe Betriebskosten geachtet. Im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung erhielt die ARGE PORR Bau GmbH und ELIN den Auftrag für die Generalunternehmerarbeiten.

Am ehemaligen Areal des Gaswerkes Simmering im 11. Wiener Gemeindebezirk, wurde die neue Unternehmenszentrale der Wiener Netze errichtet. Bei der Errichtung wurde auf nachhaltige Bauweise und geringe Betriebskosten geachtet. Im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung erhielt die ARGE PORR Bau GmbH und ELIN den Auftrag für die Generalunternehmerarbeiten.
 
Auf 96.000 Quadratmetern wurden Betrieb und Verwaltung der Wiener Netze für 1.400 Mitarbeiter zusammengeführt. Der Energiebedarf für Büroarbeitsplätze, Werkstätten, Lager und Steuerungszentralen für Strom, Erdgas und Fernwärme wird mit Photovoltaik, Grundwassernutzung und Solarthermie nahezu zur Gänze selbst erzeugt.
 
Smart ampus - energieautark durch alternative Energie
In der Größe von einem Viertel eines Fußballfeldes liefern 1.200 Photovoltaikmodule am Flachdach 320 kWp Leistung aus Sonnenstrom. Geheizt und gekühlt wird mit einer Wärmepumpe. Sogar die Energie aus der Bremskraft der Aufzüge wird in das Netz des Gebäudes eingeleitet. Die Beleuchtung erfolgt mit stromsparenden LED-Leuchtmitteln. Die Lichtsteuerung des Gebäudes erfolgt über ein Bussystem (KNX). In den Bürozonen gibt es anstatt Lichttaster Touchterminals, über die die Raumtemperatur geändert werden kann. In einem Bürobereich wurde auch eine Nutzerfeedback-Software installiert, die Vorschläge für eine energieeffiziente Nutzung der Bürobereiche macht.
 
Lebensader der Stadt
Im 3.Obergeschoß wurde eine Betriebsführungswarte für die Bereiche Strom und Gas der Wiener Netze errichtet. Dies ist die Lebensader der Stadt, von hier aus werden für 2,1 Millionen KundInnen in und um Wien rund um die Uhr 23.555 km Stromnetz, 4.673 km Gasnetz und 1.217 km Fernwärmenetz gesteuert und überwacht. Die Anlagen sind genauso wie die Brandmeldeanlage auf einem Sicherheitsmanagementsystem aufgeschaltet, wo Alarme sofort örtlich auf einem Grundriss erkennbar sind. Die Serverräume wurden aus sicherheitstechnischen Gründen und das Hochregallager aus wartungstechnischen Gründen mit einem Rauchansaugsystem ausgerüstet. Wegen der bereits erwähnten hohen Versorgungssicherheit der Warte wurden die USV Räume, die Wartenschächte und die Serverräume mit einer Löschgasanlage ausgestattet.
 
ELIN – Power on
Abschließend kann gesagt werden, dass auf Grund der nicht alltäglichen Gebäudestruktur, den hohen technischen Anforderungen, den verschiedenen Nutzungsbereichen und den komplexen Schnittstellen zu anderen Gewerken, die Anforderungen an das Montage- und Projektteam sehr hoch waren. Durch strukturierte Abwicklungsvorgänge und hohen persönlichen Einsatz aller beteiligten Personen, konnte das Gebäude, nach einer Gesamtbauzeit von nur zwei Jahren zur höchsten Zufriedenheit des Bauherrn übergeben werden.

Auszug aus dem Leistungsumfang:
• Notstromanlage 1150 kVA
• USV Anlage 400 kVA
• NSHV Anlagen
• Notbeleuchtungsanlage
• Brandmeldeanlage
• Gaslöschanlage
• SMS Anlage (Alarm, ZUKO, Video)
• Multimediaanlage
• Strukturierte Verkabelung
• PV Anlage

Foto: © Wiener Netze / Christian Haudek

Gerald Egger & Johannes Mayrhofer / ELIN